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Stadt Bad Segeberg
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Der überwiegende Teil der Exponate stammt aus dem letzten Jahrhundert, besonders aus den Jahren 1820 bis 1850. Weil aber die Ausstellungsobjekte alle aus Privatbesitz stammen, ist es oft nicht möglich, das genaue Entstehungsdatum zu nennen

Diele
Den Eingang zum Museum schmückt eine „Halfdöör" oder im Volksmund auch „Klöntür" genannt.

Nach der Renovierung hat die Diele einen Fußbodenbelag aus Anhydrit - dem Gestein des Kalkbergs - erhalten.
Zwei alte Truhen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stehen rechts und links an der Wand. Die größere der beiden besteht aus Eichenholz und ist mit Holzrädern sowie mit einer Holzachse versehen. Hinter dieser Truhe ist ein Korbkinderwagen zu sehen, der auch aus dieser Zeit stammt. Regen- und Sonnenschirm sowie ein Regenschutz aus der Biedermeierzeit hängen an einem Garderobenständer.
Das Podest am hinteren Ende der Diele hat ein Ziegelsteinpflaster erhalten. Ebenso der ehemalige Stallbereich der Diele, der seit der Renovierung zu einem großen Raum umgebaut wurde.

Gleich links neben dem Eingang befindet sich eine große Schwarzwalduhr von 1820. Neben ihr ist ein Stiefelknecht mit Halterung aufbewahrt. Oben an der Decke hängt ein Löscheimer, der früher funktionsbedingt aus Leder hergestellt wurde. An der Anzahl der an der Decke hängenden Löscheimer erkannte man die Anzahl der Männer im Haus.

Der aufmerksame Besucher entdeckt hier auch ein besonders großes Geweih. Es wird in der Rangliste der stärksten Hirsche der Welt seit 300 Jahren an 21. Stelle geführt. Selbst Kaiser Weilhelm II. soll einzig des mächtigen Geweihes wegen am 08.06.1895 in Bad Segeberg Station gemacht haben.

Grundriss I [Microsoft-DOC: 200 KB]


Kleine Wohnstube
Das sehr niedrige Zimmer hat eine Grundfläche von schätzungsweise 12 m2.
Im Vordergrund befindet sich ein Kreuzbeintischs mit einer Blaudrucktischdecke. Darauf steht eine Messingkanne mit einem Stövchen. Um den Tisch stehen Drechselstühle mit einem Strohsitz.
Vor den zwei im Vordergrund stehenden Stühlen sind auf dem groben Holzfußboden zwei Feuerkieken gestellt. Die linke ist die ältere, etwa 200 Jahre alt und aus Ton; die andere dagegen ist eine ungefähr 130 Jahre alte Feuerkieke und bereits ein kleiner Holzkasten, bei dem auf der Oberseite für die Füße eine Marmorplatte angebracht ist. Mit Hilfe eines Messingbügels ist sie bereits tragbar.


Puppenhaus
Der Blickfang auf der linken Seite der Stube ist ein zweigeschossiges Puppenhaus mit vier Zimmern, das im großbürgerlichen Stiel eingerichtet ist. Es stammt aus der Mitte des letzten Jahrhunderts.



Hausbibel
Gleich links neben der Tür befinden sich ein Spirituspuppenkocher und eine Hausbibel von 1788.
Der Tür gegenüber hängt ein Wandhängeschrank (ein weiterer hängt noch in der Diele) - man benutzte ihn früher für die wichtigsten Dinge und Dokumente.



Haarbilder
Daneben hängen Haarbilder: „Jede Frau musste Haare lassen".



Auf der rechten Seite befindet sich ein Eckschrank, in ihm Porzellan aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Das selten benutzte und behütete wertvolle Porzellan ist natürlich heute in einem Heimatmuseum eher zu sehen als das übliche „Alltagsgeschirr" aus Steingut oder Steinzeug, das mit der Zeit verbraucht worden war.
An der Decke vor dem Schrank hängt eine Zimmerlaterne, die früher für einen derartigen Raum ohne Feuer und Licht üblich war.
Gleich rechts neben der Tür schließlich steht ein Waschtischchen mit Waschgeschirr.

Küche
Ebenso wie die Wohnstubentür ist auch diese sehr niedrig, und der Besucher muss sich beim Eintreten in diesen Raum vorsehen (er bekommt sonst sehr schnell zu spüren, dass die Bewohner dieses Hauses früher einmal kleiner waren!).



Küche Kochstelle
Dadurch, dass man in die Küche gehen und zur alten Feuerstelle treten kann, erhält man von diesem Raum einen besonders ursprünglichen Eindruck. Die Geräte, die Gegenstände, die Feuerstelle wirken so, als ob sie gerade noch vorher im Gebrauch gewesen wären.
In der Feuerstelle, die sich am hinteren rechten Wandende befindet, steht eine Pfanne auf einem drehbaren Pfannenknecht von 1831. Beide sind handgeschmiedet.


Küche 2



In der Mitte ist auf einem Dreifuß ein Grutzkessel zu sehen, der innen aus Messing besteht, in ihm ein handgeschnitzter Holzlöffel, auch Schlef genannt. Rechts davor sieht man einen Kaffeeröster und im Vordergrund einen Stieltopf, die mit drei Füßen versehen sind. Beide Teile sind gegossen. Alle in einer Feuerstelle benutzten Kochgeräte hatten Füße oder waren erhöht, so dass sie über die Glut gestellt werden konnten.

Im Feuerstellenrand befinden sich Feuerzange (rechts) und Schürhaken (links).
Hinten an der Wand stehen zwei geöffnete Klemmknucheneisen (Waffel- oder auch Neujahrskucheneisen genannt), so dass ihre reich verzierten Innenseiten deutlich sichtbar sind. Sie sind Besonderheiten in diesem Haus und als lokale Eigenart für die Segeberger Gegend typisch.
An die rückwärtige Küchenwand sind fünf weitere handgeschmiedete Kucheneisen gelehnt.
Ferner hängen an dieser Wand zwei Hangelhölzer und zwei Mangelbretter, auf dem Boden befindet sich eine Backmulde. Unter der Fensterbank stehen zwei Holzkohlebügeleisen. Dem Eingang gegenüber sieht man ein grünes Trinkwasserfass.

Da nicht jedes Haus seinen eigenen Brunnen hatte, holte man sich von einem gemeinsamen Brunnen, zu dem etwa fünf bis sechs Häuser als Sodgemeinschaft gehörten, das Wasser. Die Pflege dieses Brunnens musste von dieser Gemeinschaft übernommen werden.
Links daneben steht auf einem Hocker ein 25-Liter-Kupferkessel von 1845, der früher einmal als Kaffeekessel in einem Altersheim fungierte.

Auf dem Fußboden darunter befindet sich ein tragbares Stövchen oder Heizofen. Es wurde mit glühender Holzkohle gefüllt, und weil es aus Eisen war, wurde es so heiß, dass man es nur als Wärmequelle in der Nähe verwendete.

Küche 3
Ferner sind in der Küche unter anderem ein Tellerbord (Volksmund: Prahlhans), eine teilmechanische Buttermaschine, eine weitere Hauslaterne, ein Tee- und Gewürzbord aus der Biedermeierzeit und ein Geschirrbord (früher als Milchbord zum Rahmgewinnen der Milch benutzt) ausgestellt.





Ehemaliger Stallbereich / „Wohnzimmer"

Werkszimmer
Hier wird altes Handwerksgerät und Werkzeug aufbewahrt. Zwei unterschiedlich alte Seilwinden stehen an der Fensterseite. Die mit dem Zahnrad versehene ist 100 Jahre, die mit einem Antriebsrad ungefähr 200 Jahre alt. Weiter haben ein Holzschuhmacher und ein Schuster ihr Werkzeug dem Heimatmuseum zur Verfügung gestellt.
Im vorderen Teil dieses Raumes sind Gegenstände einer Küche des 19. Jahrhunderts ausgestellt.
Auf dem Kohleherd, der mit einer Emaillearbeit versehen ist, stehen Gerätschaften, die sich im Gebrauch am Herd, verglichen mit denen der alten Küche, verändert haben. Sie werden in den Herd gehängt und deshalb fallen Füße und lange Stiele, wie beispielsweise beim alten Klemmkucheneisen, fort.
Ein Krukenbord vom Ende des letzten Jahrhunderts hängt an der rechten Seite.
Unter anderem sind schließlich noch drei flache Schneidbügeleisen (Aufwärmbügeleisen) zu sehen.

Großes Wohnzimmer

Gute Stube
Am hinteren Ende der Diele befinden sich zwei weitere Räume, von denen der linke als Wohnzimmer eingerichtet ist.

Wohnzimjmer Sammeltassen



Die Atmosphäre dieses Zimmers ist im Gegensatz zur kleinen Stube hell, klar und geräumig. Es ist mit Hilfe eines gusseisernen Ofens beheizbar. In der Zimmermitte steht ein mit einer schweren Seidensamttischdecke gedeckter Tisch.
Auf dem Sekretär (Seeländer) liegen einige Handarbeiten (unter anderem zwei perlenbestickte Pompadoure, Geldbeutel und zwei Paar Handschuhe). Im oberen Schrankteil sind Sammeltassen ausgestellt, die früher zu besonderen Anlässen verschenkt wurden.


Der Eckschrank an der Tür beherbergt neben Geschirr und Besteck einen Nussknacker mit dem Zwiebelmustermotiv, ein Taschenwindlicht aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, ebenso einen Handarbeitshalter aus der gleichen Zeit und rechts daneben einen Wollknäulhalter von 1819.

Grundriss II [Microsoft-DOC: 317 KB]