Hilfsnavigation

Sprachauswahl
2016_08_Rathaus_banner

Öffnungszeiten

Mo - Fr: 08:00 - 12:00 Uhr
Do: 14:00 - 18:00 Uhr

und täglich nach Vereinbarung

Kontakt

Stadt Bad Segeberg
Lübecker Straße 9
23795 Bad Segeberg
T 04551 964-0
F 04551 964-111
E-Mail schreiben

Am 01.12.1949 erwarb die Stadt Bad Segeberg das älteste Haus der Stadt. Noch bis 1959 wurde es privat bewohnt. Als das Haus unter akuter Einsturzgefahr stand, wurde es geräumt und schließlich von Grund auf renoviert.

Im Grundriss lassen sich Verwandtschaftsbezüge zum Alt-Kieler Bürgerhaus erkennen. In der Fassade, einem reich verzierten mit Ziegelsteinen ausgefüllten Fachwerk, sind niedersächsische oder gar westfälische Einflüsse sichtbar. Erst bei der Renovierung fand man heraus, dass der Giebel mit der Jahreszahl 1606 einem noch älteren Giebel vorgesetzt worden war, so dass man annehmen kann, dass das Haus bereits um 1550 entstanden ist.

In dem größten Raum des Hauses, der Diele, war auf der rechten Seite das Vieh untergebracht, das somit Wärme spendete, denn die Diele war - wie oben bereits ausgeführt - für die Bewohner Aufenthaltsraum und Arbeitsraum zugleich. Häufig wurde sie als „Dreschdiele" bezeichnet, was auf die landwirtschaftliche Lebensweise der Bewohner der städtischen Häuser zu dieser Zeit hinweist.

Ursprünglich - so nimmt man an - bestand der Boden aus gestampften Lehm, der erst später mit Kopfsteinpflaster ausgelegt wurde. Gleich links neben der Eingangstür befand sich die kleine Wohnstube, die - bis heute ohne Heizmöglichkeit - die „gute Stube" der damaligen Familie war.

Dahinter lag die schmale Küche mit einer offenen Feuerstelle. Die Fenster sind bleigefasst und geben ein dämmeriges Licht. Tisch und Bank gehörten früher in diesen Raum; er war der Wärmste, und man war deshalb nicht nur beim Essen hier beisammen. Die Diele weist eine Höhe von 4 m auf, Küche und Stube dagegen sind nur 2 m hoch, weil man über der Küche und Wohnstube ein Zwischenstockwerk eingezogen hat. Die dadurch entstandenen Räume wurden „Upkammern" (Hochkammern) genannt und dienten als Schlafräume. Sie waren über eine einfache Leiter zu erreichen.


Die Diele und das in ihr befindliche Vieh konnten auch nachts aus der Schlafkammer, oder bei Besuch aus der „guten Stube" überwacht werden, denn links neben der Wohnstubentür und der Schlafkammerluke befinden sich noch heute zwei kleine Fenster zur Diele, der so genannte „Ausguck" (plattdeutsch Utlucht).
Erst um 1815 sind an den rückwärtigen Teil des Hauses noch zwei Zimmer angebaut worden. Die große Diele wurde umgebaut und verkleinert.
Rechts neben der Eingangstür entstanden nun dort, wo das Vieh untergebracht war, drei kleine Stuben, aus denen erst bei der letzten Renovierung des Hauses ein großer Raum gestaltet wurde.

Am 23.11.1964 wurde das Haus nach einer aufwändigen und lang andauernden Renovierung schließlich der heutigen Funktion als Heimatmuseum übergeben.

Schwierigkeiten ergaben sich sicher dabei, denn das Haus war nach den Arbeiten vollkommen leer, so dass man auf Spenden und das freiwillige Zusammentragen von Geräten, Gegenständen und Mobiliar aus der Bevölkerung angewiesen war.
Aus dieser Tatsache ergibt sich, dass kein Raum in seiner ursprünglichen Einrichtung gezeigt werden kann, wie es beispielsweise bei vielen Häusern im Freilichtmuseum in Molfsee der Fall ist. Innerhalb von 16 Jahren ist im Heimatmuseum aber eine beachtenswerte Sammlung an Geräten, Gebrauchs- und Einrichtungsgegenständen zusammengetragen worden. „Es ist als Zeugnis kleinbürgerlichen Lebens vor etwa 100 Jahren…." zu sehen.