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Verwaltungsvollstreckung ist die zwangsweise Durchsetzung von öffentlich-rechtlichen Geldforderungen der Träger öffentlicher Verwaltung (Land, Gemeinden, Kreise, Ämter, Körperschaften oder Anstalten des öffentlichen Rechts).

Zu den vollstreckbaren Geldforderungen gehören unter anderem Steuerschulden, Rückforderungen von zu Unrecht erhaltener Sozialleistungen, Gebühren oder auch Rundfunkbeitragsforderungen.

Die Verwaltungsvollstreckung erfolgt auf der Grundlage eines behördlichen Verwaltungsaktes (Leistungsbescheid) der Anordnungsbehörde. Er bestimmt Inhalt und Umfang der Vollstreckung.

Neben dem Vorliegen eines Leistungsbescheides ist weitere Voraussetzung der Vollstreckung, dass die geforderte Geldleistung fällig ist und dass Schuldnerin oder der Schuldner mit einer Zahlungsfrist von einer Woche gemahnt worden ist. Die Mahnung muss die Vollstreckungsbehörde bezeichnen.

Vollstreckungsbehörden sind insbesondere

  • das Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein - Landeskasse
  • für Forderungen des Landes,
  • die Landrätinnen und Landräte für Forderungen der Kreise,
  • die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der amtsfreien Gemeinden für Forderungen der amtsfreien Gemeinden,
  • die Amtsdirektorin oder der Amtsdirektor des Amtes bzw. die Amtsvorsteherin oder Amtsvorsteher in ehrenamtlich verwalteten Ämtern für Forderungen der amtsangehörigen Gemeinde oder des Amtes.

Bei der Verwaltungsvollstreckung ist die Vollstreckungsbehörde das Vollstreckungsorgan, das in der Regel mit der Anordnungsbehörde, die den Verwaltungsakt erlassen hat, identisch ist („Selbstvollstreckung“). In diesem Fall kann sie selbst Vollstreckungsbeamtinnen und -beamte einsetzen und ihre Forderungen auch selbst vollstrecken.

Hinsichtlich säumiger Rundfunkgebühren ist nach § 10 Absatz 6 des Rundfunkbeitrags-Staatsvertrages in Verbindung mit § 263 Absatz 1 Nummer 1 des Landesverwaltungsgesetzes Schleswig-Holstein gesetzlich festgelegt, dass diejenige Vollstreckungsbehörde zuständig ist, in deren Bereich ihrer örtlichen Zuständigkeit der Wohnsitz des Beitragsschuldners oder der Beitragsschuldnerin liegt.

Für die Vollstreckungsbehörde wird eine Vollstreckungsbeamtin oder ein Vollstreckungsbeamter tätig. Diese oder dieser vollstreckt im Außendienst die öffentlich-rechtliche Geldforderung im Auftrag der Anordnungsbehörde  oder einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (z. B. Handwerkskammer, Sozialversicherungsträger). Primäre Aufgabe ist das Aufsuchen der Schuldnerin oder des Schuldners und das Pfänden beweglicher Gegenstände. Hierüber muss eine Niederschrift gefertigt werden. Die Vollstreckungsbeamten werden dabei hoheitlich tätig. Ein von einer Schuldnerin oder einem Schuldner ausgesprochenes Hausverbot kann dennoch nur durch einen zu erwirkenden Gerichtsbeschluss ("Türöffnungs- und Durch-suchungsbeschluss") aufgehoben werden.

Im Rahmen des Vollstreckungsinnendienstes werden vor allem Forderungspfändungen durchgeführt. Allgemein bekannt sind dabei die Lohn- und Kontenpfändung. Häufig durchgeführt werden auch die Mietpfändung sowie die Pfändung von Ansprüchen aus Rechnungen. Ferner gehört zu den Aufgaben des Innendienstes die Zwangsversteigerung von Grundstücken und die Einleitung von Insolvenzverfahren.