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Talent Award: Zwei Sieger und ein gemeinsamer Auftritt

Zwei Nachwuchsbands gewinnen Bad Segebergs ESC-Alternative – Quiet Girl und Tiefbegabt landen punktgleich auf dem ersten Platz
Bad Segeberg. 
Damit haben die Macher der Kalkberg Oase nicht gerechnet: Der 1. Talent Award der Kalkberg Oase hat zwei Sieger. Die Lübecker Band Quiet Girl und Bad Segebergs/Wahlstedts Nachwuchsband Tiefbegabt landeten mit gleicher Punktzahl auf dem ersten Platz. Trotz kühler Temperaturen wurde der erste Nachwuchs-Wettbewerb der Veranstaltungsstätte zu einem gelungenen Alternativprogramm zum Eurovision Song Contest daheim im warmen Wohnzimmer. 
„Es ist etwas Unglaubliches passiert. Wir haben uns in der Jury die Köpfe heißgeredet. Jeder hat seine Punkte abgegeben. Wir hatten einen Gewinner. Als dann das Zuschauervoting dazukam, hatten wir plötzlich Punktgleichheit und zwei Gewinner“, sagte Ralf Schaffer, Vorsitzender der Kalkberg Oase. Im Namen der aus ihm, Ann-Luise Sterl, Sängerin Noa und Thomas Minnerop bestehenden Jury bescheinigte er den teilnehmenden Bands: „Das war ganz großes Kino. Ihr wart alle extrem toll.“ Ein Extralob gab es auch für die Techniker: „Was sie heute geleistet haben – einfach unglaublich“, so Schaffer.
Der Jubel bei den Gewinnern Quiet Girl und Tiefbegabt war natürlich groß. Besonders deshalb, weil sich beide Bands trotz jugendlichen Alters schon lange kennen und sich bei Auftritten gegenseitig unterstützen. So auch in Bad Segeberg. Während die erst 16 Jahre alte Sängerin Nele fast unmenschliche Töne ins Mikrofon röhrte, rockten die fünf Jungs von Tiefbegabt vor der Bühne ordentlich ab. Bei Quiet Girl stimmte das Gesamtpaket. Nele, ihre Cousine Ina (17, Schlagzeug) und Merle (19, Bass) legten eine bemerkenswerte Bühnenshow hin, die vor Selbstbewusstsein strotzte und Publikum und Jury gleichermaßen überzeugte.
Die fünf Jungs von Tiefbegabt hatten mit Abstand die größte Fanbase mit in die Kalkberg Oase gebracht. Die jungen Musiker um Sänger und Schlagzeuger Bela Pein gehen teilweise in Bad Segeberg zur Schule, wohnen in der Kalkbergstadt und Wahlstedt. Weil es unglaublich schwer ist, am Schlagzeug den Takt zu halten und gleichzeitig die Melodie zu singen, gibt es nicht viele Musiker, die sich an beides wagen. Bela Pein gehört zweifelsohne zu der besonderen Kategorie, beides auch zu können. Er und seine Musiker überzeugten Jury und Publikum gleichermaßen – trotz oder gerade wegen ihres jugendlichen Alters.
Die Freude beider Bands über den ersten Platz stellt sie gleichzeitig vor noch nicht gelöste Probleme: 1000 Euro Preisgeld sind schnell aufgeteilt. Aber wer bekommt den Pokal und wer das Samsung Tablet nebst E-Paper-Jahresabo der Segeberger Zeitung? Während sich die jungen Musiker darüber noch den Kopf zerbrechen, ist bereits klar: Den Gewinnerauftritt in der Kalkberg Oase im nächsten Jahr werden beide Bands gemeinsam auf die Bühne bringen.
„Von 40 Bewerbern haben wir fünf Finalisten auf der Bühne stehen gehabt. Sie alle sind Gewinner und haben es verdient, im nächsten Jahr wieder hierzustehen“, sagte Kai Ziesmann, Moderator der Kalkberg Oase, nachdem nach mehr als drei Stunden der letzte Klang der Bands verstummt war. In der Tat: Gut waren nicht nur die Gewinnerbands, sondern auch die Hamburger Formation Kaisa Rya, About Indigo aus Lübeck/Ostholstein und Pale Image aus dem Kreis Stormarn fanden ihre Anhänger in der hervorragend besuchten Kalkberg Oase.
Mit Pale Image hielt zum ersten Mal die Musikrichtung Shoegaze Einzug in die Kalkberg Oase. Die Musik zwischen modernem Rock, Synthie-Pop und Metal war stellenweise düster, kam bei den Besuchern aber genauso gut an wie die Pop-Nummern von About Indigo und Kaisa Ryas Mix aus deutschen Texten und dominikanischen Rhythmen. Auch wenn die Hardrock-Bands in der Übermacht waren, gerade das kam beim Publikum an, das trotz der winterlichen Temperaturen bis zum Schluss aushielt.


Quellenangabe: Segeberger Zeitung vom 19.05.2026, Seite 24

 

Ann-Luise Sterl

Sachgebietsleitung

Sachgebiet 1.3 - Kultur und Tourismus